Bereits seit mehreren Jahren erfolgt für eines der führenden Handelsunternehmen die Vorauswahl von Bewerbern über die Online-Assessments von ALPHA-TEST – Persönlichkeitstests sind dabei ein fester Bestandteil.

Auszubildende und Duale Studenten verschiedener Bereiche werden im Online-Assessment auf berufsrelevante Fähigkeiten und Kenntnisse sowie persönliche Einstellungen geprüft. Zum Beispiel werden Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität, Eigeninitiative oder Selbstständigkeit der Kandidaten abgefragt. Um dabei ein sozial erwünschtes Antwortverhalten zu unterbinden, hat ALPHA-TEST verschiedene Maßnahmen ergriffen:

Der Ergebnisreport enthält deshalb neben dem Testergebnis auch Vorschläge für mögliche Rückfragen im Interview, um den Bewerber noch genauer kennenzulernen, dessen Aussagen zu hinterfragen und deren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Außerdem werden die Teilnehmer bereits in der Instruktion des Persönlichkeitsmoduls dazu aufgefordert, auf die Aussagen möglichst spontan und ehrlich zu antworten.

Zusätzlich ist eine Skala enthalten, deren Items sensibel auf Tendenzen sozial erwünschten Antwortverhaltens reagieren. Mit dieser Skala wird erfasst, ob eine Person dazu tendiert, nicht die für sie tatsächlich zutreffende Antwort zu geben, sondern diejenige, von der sie erwartet, dass sie sozial gebilligt oder erwünscht ist. Beispielsweise kann der Bewerber gefragt werden, ob er noch niemals gelogen habe. Eine ablehnende Antwort des Kandidaten wäre äußerst unglaubwürdig und weist auf eine übermäßig positive Eigendarstellung hin. Darauf wird im Ergebnisreport durch entsprechende Textbausteine aufmerksam gemacht: „Bei dieser Person kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie sich in einem möglichst positivem Licht darstellt. Daher sollten die Ergebnisse des Persönlichkeitstests nur mit Vorsicht interpretiert und gründlich hinterfragt werden“. Antwortet der Bewerber jedoch (übertrieben) ehrlich, wird auch dies im Testergebnis angedeutet: „Diese Person zeigt keine Beschönigungstendenzen. Eventuell tritt sie sogar zu bescheiden auf“.

Durch diese Maßnahmen lassen sich Antworttendenzen erfassen und kontrollieren. Ein Mittelwert von 67 % auf der Skala „Soziale Erwünschtheit“ zeigt dabei, dass die sozial erwünschte Antworttendenz nicht so groß ist, wie oft angenommen. Zwar ist eine leichte Verschiebung der Antworten nach rechts zu erkennen, jedoch lässt die Verteilung der Ergebnisse eine gute Differenzierung zwischen den Kandidaten zu, sodass die Validität des Verfahrens nicht beeinträchtigt wird. Zu beachten ist ebenfalls, dass ALPHA-TEST empfiehlt, nur die Leistungsdimensionen in die Matchingwerte eingehen zu lassen, da Persönlichkeitsmerkmale nicht linear (je mehr desto besser) mit der Eignung korrelieren. Daher sollten diese die Auswahlentscheidung nur in Verbindung mit einem persönlichen Gespräch beeinflussen.